Das Nibelungenlied - keine leichte Kost ...
Wer solche Literatur bisher fürchtete wie unseres Helden Siegfrieds Zeitgenossen den Drachen, der wird es mit diesen
herrlichen bairischen Reimen genießen!
Hans Obermeier aus Plattling hat das Epos auf Boarisch neu gedichtet, Klaus Busch aus Deggendorf es herrlich illustriert.
Mit Pauken- und Trompetenklang
kündigens’ iatz scho den Wettkampf an.
Jeder hod no a Kracherl meng
- an >>Isendrink<< hätts aa no gebn -,
dann lasst sich koaner mehr lang bittn
- die Kämpfer san in dMitten gschrittn ...
2. Auflage mit neuer ISBN
978-3-935115-25-4
20,5 cm x 12,5 cm
250 Gramm / Hardcover gebunden
128 Seiten, 14 Illustrationen
14,95 Euro
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Autor
Hans Obermeier
(© Foto: A. Hahne)
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Der Wuidling
Vor mehr ois tausend Jahr is’ gwen
- damois hods no a Blechgwand gebn -,
do herrscht drobn in den Niederlanden
- genauer gsogt, in der Stadt Xanten -
ein würdig-edles Königspaar,
des allseits hoch geachtet war.
Sieglinde schreibt si dChefin und
der König, der hoaßt Sigismund.
Sie herrschen weise übers Land,
allseits beliebt, weitum bekannt,
doch ham de zwoa a Sorgenkind,
- an Lausbuam, der a bisserl spinnt.
A richtigs Kreiz is’ mit dem Buam,
er is oft ganz a gscherte Ruabn
und dazua stark ois wia a Bär,
drum wird dem Kind aa koaner Herr.
Soboid’n oana schiaf oschaut,
wird er ungspitzt in Bodn neighaut*,
und jeder Lehrer denkt entsetzt
>>Ja, hams mi zu dem strafversetzt?<<
Der Siegfried, so hod er sich gnennt,
hod einfach zu vui Temprament,
des hoit auf Dauer koaner aus.
dErzieher flüchten ausm Haus,
a Dutzend hod er scho verschlissen
- sie ham si alle dZähn ausbissen!
Ob Mathe, Englisch, Religion
- nix intressiert den Königssohn.
Und aa Musik oder Latein
kinnan den Siegerl net erfreun.
Denn unsern jungen Potentaten,
den fesseln hoid nur Heldentaten
von Rittern aus vergangnen Zeiten,
Gschichten von Drachen, holden Maiden,
von Minne, Heldenmut und Kampf
- oiß andre is für eam a Krampf*.
Die Königsburg is eam vui zkloa
und spuin tuat er fast nur alloa,
denn olle ham ja Angst vor eam
- langweilig is’ dem Buam, zum Sterbn.

© Illustration Klaus Busch
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Wias kämpft ham
Hoch auf den Isensteiner Zinnen
ruaft oane von de Wächterinnen:
>>Achtung! Do kimmt scho wieder oana!<<
Die Brunhild stöhnt: >>Es is zum Woana!
Schau ma moi nach - iatz lassts mi raten -
… i glaub, morgn gibt’s Burgunderbraten ...!<<
Der Siegfried mim Burgundenkahn
setzt drunt dawei zur Landung an
und hod - bevor no ausgstiegn wird -
an Gunther ganz schnell instruiert:
>>Damit de Sach gelinga ko,
gibst du mi ois dein Dienstmann o!<<
Der König hods net ganz verstanden
>>Er werd scho recht habn, der aus Xanten<<,
hod er sich denkt und kurz sinniert,
warum iatz der sei Pferdl führt.
Auf Isenstein, muaß ma betonen,
wohnen vor allem Amazonen.
Lauter Rassefraun in Rüstung
- a jede mit a silbern Brüstung
und die Brunhilde war der Star
mit Goldkrone auf schwarzem Haar.
Begrüßt is worn in Samt und Seide,
- für dWormser eine Augenweide!
Vorkumma san sie sich fast wie
in einer Schönheitsgalerie.
Trotzdem - so ham de vier des Gfühl -
is der Empfang a bisserl kühl.
Grod mustert die Brunhilde koit
des Wormser Häuferl, plötzlich - hoit! -
hod sie an Xantner Siegerl gsehng:
>>Ja den, den daat i freilich meng!<<
hod sie sich blitzartig erinnert,
>>der Oanzige, der gegn mi gwinnert.<<
Dabei muaß’ an sein Stoawurf denka
>>An Sieg daat i eam sogar schenka,
wenn er bloß um mi kämpfa mecht!<<
Ihr wird vor Aufregung ganz schlecht
und mit dunkelrote Wangen
fangts o, an Siegfried zu empfangen.
Doch der tritt glei an Schritt zurück
>>Brunhilde, i hob net des Glück,
dass i um di o’hoitn ko
- am Dienstmann staand des ganz schlecht o -
der König Gunther do nebn mir,
des is scho lang a Fan von dir
und scho seit Jahren drauf versessen,
sich endlich moi mit dir zu messen.<<
Die Königin is fast erstarrt,
des, wos do ghört hod, war scho hart.
Ungläubig schauts an Gunther o,
weils des no gar net fassen ko.
>>Wos is denn des da für a Gisperl*?
I kämpf doch net mit so am Krisperl**!<<
denkt sie erschüttert: >>So ein Schmarrn***,
der soi doch liaba wieder fahrn.
Der is mit Kopf scho net recht groß
- wia bring i den bloß wieder los?<<
So spekulierts in oana Tour,
aber der Gunther gibt koa Ruah:
>>Brunhilde<<, sogt er, >>Königin,
du bist für mi der Hauptgewinn,
drum laß i di aa nimmer aus
und forder di zum Wettkampf raus!<<
Mecht iatz der wirklich mit mir raaffa?
I glaub, der wui am Friedhof schlaffa!<<
Die Brunhild woaß koan Ausweg mehr,
drum sogts bloß miad: >>Bringts dWaffen her!<<
Ihrn Schild - a Mordstrumm Eisenscheibn -
schleppan drei Leit in Burghof rein.
Drei weitere legn glei danebn
an Baumstamm - fast net zum Dahebn.
Der Dankwart sogt zum Hagen: >>Schau,
a Höllenspuizeig hod de Frau!
Mei Neffe tuat ma iatz scho leid
- mit dera Frau hod der koa Freid!<<
Inzwischen san von hint und vorn
de Neigierigen scho mehra worn.
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De Boten
De Wormser hod des Feiern gfoin
- koa Mensch hod mehr in dArbat woin -,
do kumman eines Tags ins Schloss
zwoa Spielverderber aufm Ross.
Man hört a Stimm - laut, ordinär -
>>Isch gomm vom Gönich Lüdeger!<<
De zwoate Stimm klingt eher hell:
>>Safft uns sum König, aber snell!<<
Und drei Minuten später scho
treten de zwoa beim Gunther o.
Der schaut recht finster und sogt streng:
>>Kinnts ihr mir bittschön sogn, weswegn
dass ihr nach Worms herkemma seids
und do so gottserbärmlich schreits?!<<
>>Sei uns gegrüßd, hochädler Gunder!<<
beginnt der oane do glei munter,
>>dr Sachsngönich Lüdeger
schiggt uns mid eener Bodschaft her.
Mid Dänengönich Lüdegast
had er a Manifesd vrfassd,
zur Realisierung dr Gedangn
eines Euroba ohne Schrangn.
Mir wollen nu mid unsre Waffn
a einheidlischs Euroba schaffn.
Zum Zwegg der Zwangsindegration
da gomm’ wir in zwölf Wochen schon
und mechdn höflisch darauf hoffn,
de Grenze wär bis dahin offn!
De ieblichen Formalidädn
woll’ma dann per Vertraache rägln!
Und nu - ädler Burgundengönich -
woll’ma a Andword - underdänich!<<
Der Zniefling* neba eam sogt keck:
>>Is hoff`, ihr seid nicht s’tumm vor Sreck!<<
Der Gunther konns no gar net glaubn
- vor Schreck kriagt er fast Batzlaugn* -
er räuspert sich und sogt gepresst:
>>Wachen, los kümmerts Euch um dGäst!
Bevor i iatzad weiterred
tuats not, dass i z’erst überleg!<<
Wias drauß warn, murmelt er entsetzt:
>>Mi leckst am Arsch** - wos mach’ma jetzt?
I glaub scho fast, es waar des schlauer,
mir bauerten no schnell a Mauer!<<
Der Gernot moant: >>Des waar ja glacht,
de hau ma doch, dass’ grod so kracht!<<
Spöttisch schaut’n der Hagen o:
>>Übernimm di fei net, guada Mo!
De Leit von unserm Ritterstand
san wutzerlfett - alle mitnand.
Do - moan i - wern ma oid ausschaun,
de Sachsen wern uns gscheid derhaun!<<

© Illustration Klaus Busch
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